Urlaub am Bauernhof
Seit Jahrzehnten ist es üblich, dass in Tourismusregionen auch am
Bauernhof Urlaube angeboten werden. Es ist eine begehrte
Einkommensalternative im Grünlandgebiet. Auf den Höfen wurden meist
Obergeschoße genutzt und Komfortzimmer oder Ferienwohnungen eingebaut.
Die
bunte Tiervielfalt auf den Milch- oder Mutterkuhbetrieben erfreut
besonders Kinder, die hier richtig Freiraum und Grenzen der anderen Art
spüren dürfen. Der klassische Urlaub am Bauernhof ist
österreichweit perfekt organisiert mit der Qualitätsauszeichnung in Form
der Blumen. Hauptsächlich sind es Familien, die diesen Urlaub machen.
Dort,
wo die Vierkanter heimisch sind, gibt es heutzutage meist keine
Viehhaltung mehr. In den prächtigen Höfen ist viel Platz möglicherweise
für eine touristische Nutzung vorhanden. Ein-, Zwei- oder
Mehrbettzimmer oder kleinere und größere Wohnungen für Singles, Paare oder Familien kommen in dieser schönen Hofform besonders zur Geltung.
Der Gast im Vierkanter
Die Gäste sind aufgrund der geographischen Lage nahe dem Ballungsgebiet
eher Wirtschaftsreisende, Kultururlauber, Radfahrer oder Genussurlauber.
Der Gast schätzt besonders die Lage im Grünen, den Freiraum am Hof,
den Garten, die besondere Abwechslung zu anonymen Stadthotels, regionale
Produkte und Speisen vom Bauernhof und natürlich die persönliche
Atmosphäre.
Diese Form der Betriebe fühlt sich eher Urlaub am Land
zugehörig. Urlaub am Land ist ein Themenangebot der Marke „Urlaub am
Bauernhof“.
Vermieten soll Freude bereiten, der Hof spürbar sein
Wer Gäste am Bauernhof beherbergen möchte, muss mit „Herz, Hirn und
Hand“ dabei sein. Die Tätigkeit soll Freude machen. Das spüren die
Gäste und die eigene Gesundheit. Es wird von den Vermietern einiges
erwartet. Der Bauernhof mit seinen Unterkünften muss sauber und nett
gestaltet sein, eine familieneigene Person soll als Ansprechperson zu
bestimmten Zeiten am Tag erreichbar sein, Verpflegung, möglichst mit
Bauernhofprodukten ist gewünscht und der Internetauftritt muss
perfekt, am besten online buchbar sein.
Erwartet wird auch, dass der eine oder andere Programmpunkt für die Gäste am Hof stattfindet:
eine Feldbegehung zum Kennenlernen der Ackerwirtschaft, Verarbeiten von Getreide zu Brot, Waldpädagogik etc. Das
Eingehen auf die Abläufe am Bauernhof und den Gästen zu erklären, wie
Landwirtschaft funktioniert, ist etwas, was sich der Gast in Zukunft
wünscht.
Die Arbeit ist vielfältig
Die Arbeiten für die Gästebeherbergung umfassen eine Vielzahl an
Tätigkeiten: Zimmermädchen, Rezeptionist, Koch, Kellnerin bis zum
Hotelmanager. Unterstützt werden die bäuerlichen Beherbergungsbetriebe
durch maßgeschneiderte Beratungen und Fortbildungen durch die
Landwirtschaftskammer und Urlaub am Bauernhof.
Rechtliche Grundlagen
Gäste am Bauernhof darf jeder beherbergen. Dies kann in mehreren Formen
sein: Als private Personen kann die Privatzimmervermietung (BGBl 444 aus
1974) bis maximal 10 Betten ausgeübt werden. Als
Privatzimmervermieter darf auch Frühstück oder Halbpension angeboten
werden. Neben der Privatzimmervermietung können auch Ferienwohnungen
als bloße Wohnraumvermietung ohne zusätzliche Dienstleistungen
angeboten werden. Dies ist auch von der Gewerbeordnung ausgenommen (OÖ.
Ferienwohnungserlass).
Weiters kann die Beherbergung auch gewerblich durchgeführt werden. Die jeweiligen Voraussetzungen und rechtlichen Grundlagen sind zu erfüllen.
Betriebswirtschaftliche Überlegungen
Einkommen wird erwirtschaftet durch den Verkauf der einzelnen
Nächtigungen. Umsatzträger sind die einzelnen Zimmer und Wohnungen. Die
Verkaufspreise richten sich nach den Investitionen, den angebotenen
Dienstleistungen und Besonderheiten, nach der Art der Finanzierung und
den marktüblichen Preisen im Umfeld. Grundsätzlich müssen sie für
jeden Betrieb spezifisch ermittelt werden.
Nicht zu unterschätzen
sind dabei die variablen Kosten für die Übernachtung mit Frühstück
und auch jene der Ferienwohnungsvermietung.
Johanna Stummer
Spezialberatung Urlaub am Bauernhof
Landwirtschaftskammer Kirchdorf, Steyr und Linz-Land